Manche Bücher entstehen innerhalb weniger Monate. Official Truth gehörte nicht dazu. Die Reise begann im Jahr 2018. An dem Tag, an dem ich meine Bachelorarbeit abgegeben hatte, stand für mich fest, dass ich ein größeres Schreibprojekt beginnen wollte. Mit der Abgabe meiner Bachelorarbeit begann auch die Suche nach einer geeigneten Schreibsoftware. Dabei stieß ich auf Papyrus Autor. Als Student mit einem überschaubaren Studienkredit war der Kauf keine Selbstverständlichkeit. Umso größer war die Freude, als ich das Programm schließlich installiert hatte. Für mich war es der Startschuss für etwas, das mich viele Jahre begleiten sollte. Rückblickend weiß ich nicht, ob ich mich mit dem Gedanken angefreundet hätte, dass es am Ende acht Jahre dauern würde. Aus heutiger Sicht wirkt der Kauf von des Programms fast unscheinbar. Tatsächlich war er der erste Schritt auf einer achtjährigen Reise. Die erste Idee war vergleichsweise einfach: Menschen tragen Implantate, die ihnen einen permanenten Zugang zum Internet ermöglichen. Sie bewegen sich zwischen der realen
und einer digitalen Welt, besitzen virtuelle Häuser und besuchen sich in eigens geschaffenen Räumen. Damals faszinierte mich vor allem die technische Seite dieser Zukunftsvision. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr veränderte sich die Geschichte. Aus
einer technischen Idee wurden Konflikte. Aus Konflikten entstanden Figuren mit eigenen Zielen und Motiven. Plötzlich stand nicht mehr die Technologie im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die mit ihr leben. In den Wochen nach meinem Studienabschluss schrieb und plante ich intensiv. Als ich mein Traineeprogramm begann und nach Frankfurt am Main zog, fand ich zunächst ebenfalls Zeit zum Schreiben. Die ersten Monate boten noch Freiräume, bevor Hospitationen an anderen Standorten und die wachsende Verantwortung im Berufsalltag
den größten Teil meiner Zeit einnahmen. Mit dem Arbeitsalltag verschwand das Schreiben jedoch nicht aus meinem Kopf. Es rückte
lediglich in den Hintergrund. Erst Anfang 2020, nach dem Ende meines Traineeprogramms und dem Wechsel in eine feste Position, nahm ich das Manuskript wieder regelmäßig zur Hand. Rund ein Jahr arbeitete ich an Official Truth weiter, bevor ich eine weitere wichtige Entscheidung traf: Ich pausierte das Projekt, um berufsbegleitend meinen Masterabschluss zu absolvieren. Rückblickend war das die richtige Entscheidung. Der Master eröffnete mir beruflich neue Möglichkeiten, auch wenn das bedeutete, die Geschichte erneut für längere Zeit ruhen zu lassen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums im Jahr 2024 kehrte ich mit neuer Motivation an den Roman zurück. In den folgenden eineinhalb bis zwei Jahren entwickelte sich aus einem langen Entwurf schließlich ein fertiges Manuskript. Viele Kapitel wurden mehrfach überarbeitet, Szenen neu geschrieben, Figuren verändert und Handlungsstränge geschärft. Rückblickend war das Überarbeiten mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Schreiben. Anfang 2026 begann schließlich die letzte Etappe. Ich machte mich auf die Suche nach professioneller Unterstützung für Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und die Erstellung des E-Books. Mir wurde dabei bewusst, dass mit dem letzten geschriebenen Satz die Arbeit keineswegs beendet ist. Ein Buch durchläuft zahlreiche weitere Stationen, bevor es schließlich veröffentlicht werden kann. Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, wird mir klar, dass Official Truth weit mehr
war als ein Schreibprojekt. Der Roman hat mich durch Studium, Berufseinstieg, Umzüge und einen Master begleitet. Er lag manchmal monatelang in der Schublade und war doch nie wirklich vergessen. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus diesen Jahren: Ein Buch muss nicht in einem Zug entstehen. Manchmal wächst eine Geschichte gemeinsam mit ihrem Autor. Entscheidend ist nicht, wie schnell man ans Ziel kommt. Entscheidend ist, dass man immer wieder zurückkehrt und weitermacht.

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