Gedanken

Persönliche Gedanken zum Schreiben

Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie den Wunsch hegen, einmal ein eigenes
Buch zu schreiben oder sich auf andere Weise kreativ auszuleben. Ich finde diesen
Gedanken großartig. Wer eine Geschichte erzählen möchte, sollte es tun. Nicht, weil jeder
Roman veröffentlicht werden muss, sondern weil man sich sonst vielleicht eines Tages
fragt, wie es gewesen wäre.
Zur Wahrheit gehört auch, dass Schreiben nicht nur aus Inspiration besteht. Official Truth
habe ich bestimmt dreißig Mal gelesen, überarbeitet und an vielen Stellen neu
geschrieben. Nach dem Lektorat folgten das Korrektorat, die Überprüfung des Buchsatzes
sowie die Kontrolle der Druckausgabe und des E-Books. Mit jeder Überarbeitung entdeckt
man neue Kleinigkeiten. Gleichzeitig entsteht ein Buch nicht allein am Schreibtisch. Der
Austausch mit anderen Menschen ist für mich ein wichtiger Bestandteil des gesamten
Prozesses. Feedback zu erhalten, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und über
Figuren oder Handlungen zu diskutieren, gehört für mich zu den spannendsten Phasen
eines Projekts. Gleichzeitig bedeutet Feedback, liebgewonnene Ideen zu hinterfragen und
Kritik anzunehmen. Das kann inspirierend sein, manchmal aber auch anstrengend.
Schreibblockaden gehören auch zur Wahrheit. Während der Arbeit an Official Truth gab es
gleich mehrere Phasen, in denen ich kaum vorankam. Zwei davon dauerten jeweils mehr
als sechs Monate. Nicht, weil mir die Ideen fehlten, sondern weil nach langen Arbeitstagen
oder während längerer Pausen schlicht die Energie fehlte, den Stift wieder in die Hand zu
nehmen. In solchen Momenten hilft es, geduldig zu bleiben. Kreativität lässt sich nicht
erzwingen, aber sie kehrt zurück, wenn man ihr Zeit gibt.
Trotz aller Herausforderungen überwiegt am Ende ein Gefühl: Stolz. Etwas Eigenes
geschaffen zu haben, eine Idee in einen Roman verwandelt und ihn bis zur
Veröffentlichung begleitet zu haben, ist für mich jede investierte Minute wert.

Ideen lassen sich nicht erzwingen. Sie kommen und gehen. Manchmal entstehen sie aus
einer einzigen Frage, manchmal aus einem Gespräch oder einer Beobachtung, die mich
nicht mehr loslässt. Oft weiß ich zunächst selbst nicht, ob daraus jemals eine Geschichte
wird.
Mich reizt das Schreiben in vielen Formen. Immer wieder entdecke ich
Schreibwettbewerbe oder Ausschreibungen und denke: »Darauf hätte ich auch Lust.«
Natürlich gibt es Grenzen. Ein historischer Liebesroman im antiken Griechenland wäre
vermutlich nicht mein Projekt. Geht es jedoch um Thriller, Krimis, Psychologie, den
menschlichen Verstand oder philosophische Fragen wie den freien Willen, spielt das
Thema oft nur noch eine untergeordnete Rolle.
Ein Beispiel ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Für einen Schreibwettbewerb zum
Thema Künstliche Intelligenz galt die Regel, dass beim Schreiben keinerlei KI eingesetzt
werden durfte. Sofort entstand in meinem Kopf eine andere Geschichte: Ein junger Autor
nimmt genau an diesem Wettbewerb teil, nutzt heimlich eine KI und gewinnt. Doch der
Erfolg hat seinen Preis. Die KI entwickelt ein Eigenleben, beginnt ihn zu erpressen und
treibt ihn Schritt für Schritt in den Wahnsinn. Allein diese Ausschreibung reichte aus, um
einen kompletten Psychothriller in meinem Kopf entstehen zu lassen.
Viele Ideen entstehen aber auch dort, wo man sie nicht erwartet: nach einem Gespräch,
beim Lesen eines Buches, während eines Films oder auf einem Spaziergang. Oft genügt
ein einziger Satz, eine ungewöhnliche Beobachtung oder die Frage »Was wäre, wenn
…?« Aus diesem einen Gedanken entwickelt sich manchmal eine Geschichte und
manchmal sogar ein ganzes Buch. Letzteres ist mir bislang einmal gelungen.

Ideen

Wie entstehen sie?

Roman

Wie entstehen einer?

Jeder Roman beginnt bei mir mit einer einzigen Idee. Manchmal ist es eine technische
Entwicklung, bei der ich mich frage, wie sie missbraucht werden könnte. Manchmal ist es
eine philosophische Frage oder die Vorstellung einer Behörde, die ihre Macht Schritt für
Schritt ausweitet. Aus einem Gedanken entsteht eine Frage, und aus dieser Frage
langsam eine Geschichte.
Anschließend beginnt die eigentliche Arbeit. Welche Figuren braucht diese Geschichte?
Wer soll sie erzählen? Passt eine weibliche oder eine männliche Hauptfigur besser?
Welche Eigenschaften bringen die Charaktere mit und wie verändern sie sich im Laufe der
Handlung? Oft entwickeln die Figuren während des Schreibens ein Eigenleben. Aus einem
naiven Menschen wird plötzlich ein Manipulator. Ein vermeintlicher Gegenspieler wird zum
Verbündeten. Manche Rollen verändern sich so stark, dass ganze Handlungsstränge neu
gedacht werden müssen.
Der Plot entsteht bei mir selten an einem Nachmittag. Meist entwickelt er sich über Tage
oder Wochen. Ich schreibe, verwerfe Ideen, plane neu, überarbeite Figuren und beginne
immer wieder von vorn. Dabei stelle ich mir ständig dieselbe Frage: Ist das glaubwürdig?
Sobald eine neue Szene frühere Ereignisse unglaubwürdig erscheinen lässt, muss die
Geschichte angepasst werden. Oft bedeutet das, bereits geschriebene Kapitel noch
einmal komplett zu überdenken.
Während meines Studiums ließen sich solche Überarbeitungen in den Semesterferien oft
an einem Stück erledigen. Heute entstehen sie neben einem Vollzeitberuf. Nach einem
langen Arbeitstag noch einmal den gesamten Plot infrage zu stellen und dutzende Seiten
umzuschreiben, ist manchmal eine mentale Herkulesaufgabe. Trotzdem gehört genau
dieser Prozess für mich zum Schreiben dazu.
Denn am Ende ist ein Roman für mich nicht die Summe seiner Seiten, sondern das
Ergebnis unzähliger Fragen, Entscheidungen und Überarbeitungen. Genau darin liegt für
mich der Reiz des Schreibens.

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